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Jede Ausgabe enthält die deutsche Übersetzung des vereinfachten Textes und des Originals.

Schauer und Horror

Frankenstein

Verfügbare Ausgaben

Vereinfachte Ausgabe B1

Originaltext C2 ungefähres Niveau

Im selben E-Book

Zwei verknüpfte Texte und zwei Glossare mit deutschen Übersetzungen.

Der Autor

Mary Shelley (1797–1851) war eine englische Schriftstellerin, Tochter von Mary Wollstonecraft und William Godwin. Sie veröffentlichte Frankenstein 1818 und verband darin den Schauerroman mit Fragen nach der Erschaffung von Leben und der Verantwortung seines Schöpfers. Sie schrieb auch weitere Romane, Erzählungen, Biografien und Reiseberichte.

Der ehrgeizige Student Victor Frankenstein, besessen von den Geheimnissen des Lebens, erweckt ein aus totem Fleisch zusammengenähtes Wesen zum Leben, schreckt jedoch in dem Augenblick, da es die Augen öffnet, voller Abscheu zurück und lässt es im Stich. Allein und wegen seines monströsen Äußeren verabscheut, bringt sich das Geschöpf heimlich das Sprechen und Lesen bei und sehnt sich nach Gesellschaft, begegnet aber bei jedem Menschen, auf den es trifft, nur Angst und Grausamkeit. Verbittert stellt es Victor zur Rede und verlangt eine Gefährtin; als Victor sich weigert, rächt sich das Geschöpf, indem es die Menschen ermordet, die Victor liebt, darunter seine Braut. Von Schuld und Hass verzehrt, schwört Victor, seine Schöpfung zu vernichten, und verfolgt sie quer durch Europa bis in die eisige Arktis, wo die Geschichte einem Polarforscher erzählt wird. Dort stirbt Victor erschöpft und dem Tode nah, und das von Trauer erfüllte Geschöpf verschwindet im Eis – beide werden durch ihre schreckliche Verbindung zugrunde gerichtet.

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Vereinfachte Fassung B1

Vereinfachte Fassung EN

My dear Margaret, I wrote in one of my letters that I would find no friend on the wide ocean. Yet I have found a man whom I would gladly have called the brother of my heart before misery broke his spirit. I will continue to write about the stranger in my journal whenever there are new events to record. August 13, 17⁠—. My affection for my guest grows every day. I feel both great admiration and great pity for him. How can I watch such a noble person being destroyed by misery without feeling deep sadness? He is gentle but also wise, and his mind is highly educated. When he speaks, he chooses his words with great skill, but they also come quickly and with an eloquence I have never heard before.

Vereinfachte Fassung DE

Meine liebe Margaret, in einem meiner Briefe schrieb ich, dass ich auf dem weiten Meer keinen Freund finden würde. Doch ich habe einen Mann gefunden, den ich gern meinen Bruder im Herzen genannt hätte, bevor das Unglück seinen Geist brach. Wenn es neue Ereignisse gibt, werde ich in meinem Tagebuch weiter über den Fremden schreiben. 13. August 17— Meine Zuneigung zu meinem Gast wächst jeden Tag. Ich bewundere ihn sehr und habe großes Mitleid mit ihm. Wie könnte ich zusehen, wie ein so edler Mensch durch sein Leid zerstört wird, ohne tief traurig zu sein? Er ist freundlich und zugleich klug. Er ist sehr gebildet. Wenn er spricht, wählt er seine Worte sorgfältig. Gleichzeitig spricht er so schnell und schön, wie ich es noch nie gehört habe.

Original

Original EN

I said in one of my letters, my dear Margaret, that I should find no friend on the wide ocean; yet I have found a man who, before his spirit had been broken by misery, I should have been happy to have possessed as the brother of my heart. I shall continue my journal concerning the stranger at intervals, should I have any fresh incidents to record. August 13th, 17⁠—. My affection for my guest increases every day. He excites at once my admiration and my pity to an astonishing degree. How can I see so noble a creature destroyed by misery, without feeling the most poignant grief? He is so gentle, yet so wise; his mind is so cultivated; and when he speaks, although his words are culled with the choicest art, yet they flow with rapidity and unparalleled eloquence.

Original DE

In einem meiner Briefe schrieb ich dir, liebe Margaret, dass ich auf dem weiten Ozean keinen Freund finden würde. Doch nun habe ich einen Mann gefunden, den ich gern als Bruder meines Herzens gehabt hätte, bevor das Elend seinen Geist gebrochen hatte. Wenn sich neue Ereignisse ergeben, werde ich meinen Bericht über den Fremden von Zeit zu Zeit fortsetzen. 13. August 17⁠—. Meine Zuneigung zu meinem Gast wächst von Tag zu Tag. Er erweckt in mir zugleich eine erstaunlich große Bewunderung und ein ebenso großes Mitleid. Wie könnte ich einen so edlen Menschen vom Elend zugrunde gerichtet sehen, ohne tiefsten Schmerz zu empfinden? Er ist so sanft und zugleich so weise. Sein Geist ist so gebildet. Wenn er spricht, sind seine Worte zwar mit größter Kunst gewählt, doch strömen sie schnell und mit unvergleichlicher Beredsamkeit hervor.

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