
Jede Ausgabe enthält die deutsche Übersetzung des vereinfachten Textes und des Originals.
Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde
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Der zurückhaltende Londoner Anwalt Gabriel Utterson ist beunruhigt über das seltsame Testament seines Freundes Dr. Henry Jekyll, das einem abstoßenden, gewalttätigen Mann namens Edward Hyde alles vermacht. Während Hyde Grausamkeiten begeht, die im brutalen Mord an einem angesehenen Gentleman gipfeln, versucht Utterson, die geheimnisvolle Verbindung zwischen den beiden Männern zu durchtrennen. Jekyll nimmt Hyde abwechselnd in Schutz und sagt sich von ihm los, zieht sich dann völlig zurück, und nach einem entsetzlichen Anblick und dem Tod eines Kollegen kommt die Wahrheit durch schriftliche Geständnisse ans Licht. Fasziniert von der gespaltenen Natur des Menschen hatte Jekyll einen Trank gebraut, mit dem er sich in den durch und durch bösen Hyde verwandeln konnte. Zunächst war die Verwandlung eine befreiende Flucht, dann wurde sie zur Sucht. Allmählich wird Hyde stärker, und die Verwandlungen geraten außer Kontrolle, bis Jekyll, unfähig, sie rückgängig zu machen, und wegen Mordes gejagt, an dem monströsen Selbst zugrunde geht, das er entfesselt hat.
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Vereinfachte Fassung EN
Mr. Utterson the lawyer was a rough-looking man who never smiled. He was cold and awkward in conversation. He held back his feelings. He was thin, tall, dusty, gloomy, and yet somehow lovable. In friendly gatherings, and when he liked the wine, something warmly human showed in his eyes. He never said this aloud, but it showed in his actions. He was strict with himself. When alone, he drank gin to stop himself enjoying fine wines. He liked the theatre, but he had not entered one for twenty years. Still, he was very tolerant of other people. He sometimes wondered, almost with envy, at the strong passion that led them into wrongdoing. In any serious trouble, he was more likely to help than to blame. He often said, “I incline to Cain’s heresy: I let my brother go to the devil in his own way.” Because of this, he was often the last respectable friend and the last good influence in the lives of men who were going downhill. And to such men, as long as they came to his rooms, he never showed any change in his manner.
Vereinfachte Fassung DE
Herr Utterson, der Anwalt, war ein grob wirkender Mann, der nie lächelte. Im Gespräch war er kühl und unbeholfen. Er hielt seine Gefühle zurück. Er war dünn, groß, staubig und düster, und doch auf eine besondere Art liebenswert. Bei freundlichen Treffen, wenn ihm der Wein schmeckte, zeigte sich Wärme in seinen Augen. Er sagte das nie laut, aber seine Taten verrieten es. Er war streng mit sich selbst. Wenn er allein war, trank er Gin, damit er nicht zu viel Freude an feinen Weinen hatte. Er ging gern ins Theater, hatte aber seit zwanzig Jahren keines mehr betreten. Trotzdem war er sehr nachsichtig mit anderen. Manchmal fragte er sich, fast neidisch, welche starke Leidenschaft sie zu schlechten Taten trieb. Bei ernstem Ärger half er eher, als dass er tadelte. Oft sagte er: „Ich neige zu Kains Irrlehre: Ich lasse meinen Bruder auf seine eigene Weise zur Hölle fahren.“ Deshalb war er im Leben von Männern, die immer tiefer sanken, oft der letzte anständige Freund und der letzte gute Einfluss. Und solange diese Männer in seine Räume kamen, zeigte er ihnen gegenüber nie eine Veränderung in seinem Verhalten.
Original
Original EN
“I wish the friends were younger,” chuckled Dr. Lanyon. “But I suppose we are. And what of that? I see little of him now.” “Indeed?” said Utterson. “I thought you had a bond of common interest.” “We had,” was the reply. “But it is more than ten years since Henry Jekyll became too fanciful for me. He began to go wrong, wrong in mind; and though of course I continue to take an interest in him for old sake’s sake, as they say, I see and I have seen devilish little of the man. Such unscientific balderdash,” added the doctor, flushing suddenly purple, “would have estranged Damon and Pythias.”
Original DE
„Ich wünschte, die Freunde wären jünger“, lachte Dr. Lanyon. „Aber vermutlich sind wir es. Und was folgt daraus? Ich sehe ihn jetzt kaum noch.“ „Tatsächlich?“, sagte Utterson. „Ich dachte, Sie verbinde ein gemeinsames Interesse.“ „Das tat es“, lautete die Antwort. „Aber es ist über zehn Jahre her, dass Henry Jekyll mir zu fantastisch wurde. Er fing an, gedanklich auf Abwege zu geraten; und obwohl ich mich natürlich aus alter Freundschaft für ihn interessiere, wie man so sagt, sehe ich den Mann kaum noch – und habe ihn auch früher kaum gesehen. So unwissenschaftliches Geschwätz“, fügte der Doktor hinzu, wobei sein Gesicht plötzlich dunkelrot anlief, „hätte Damon und Pythias entzweit.“
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Schauer und Horror ↗
